Waschen beruht auf vier Faktoren, die sich gegenseitig ersetzen können: Temperatur, Zeit, mechanische Bewegung und Waschmittel. Wer die Temperatur senkt, muss einen der anderen drei erhöhen, meist die Zeit. Genau darauf beruhen die langen Eco-Programme moderner Geräte.
Temperaturbereiche zuordnen: was sich wobei löst
Fette und Öle beginnen sich ab etwa 40 Grad zuverlässig zu lösen. Eiweißhaltige Flecken wie Blut, Milch oder Ei gerinnen dagegen bei Hitze und setzen sich dauerhaft fest; sie gehören in kaltes Wasser. Bei 60 Grad werden die meisten Keime deutlich reduziert, weshalb diese Stufe für Handtücher, Bettwäsche und Unterwäsche sinnvoll bleibt. Kochwäsche mit 90 Grad ist im Haushalt nur noch in Ausnahmefällen nötig und belastet Fasern wie Geldbeutel.
Waschmittel abstimmen: Vollwaschmittel, Colorwaschmittel, Feinwaschmittel
Die Wahl des Mittels wirkt stärker als zehn Grad mehr oder weniger.
- Vollwaschmittel: mit Bleiche, für weiße Baumwolle ab 40 Grad.
- Colorwaschmittel: ohne Bleiche, erhält Farben.
- Feinwaschmittel: ohne Enzyme, für Wolle und Seide.
- Enzyme brauchen Zeit; kurze Programme nutzen sie kaum.
Ein Fleck, der bei 30 Grad im Kurzprogramm bleibt, verschwindet oft im langen Programm bei derselben Temperatur.
Geräteschutz bedenken: Kaltwäsche und Ablagerungen
Wer ausschließlich bei 20 und 30 Grad wäscht, spart Energie, riskiert aber Ablagerungen aus Fett, Waschmittelresten und Flusen in Trommel und Ablaufsystem. Diese Schicht ist der Grund für den muffigen Geruch, den viele Geräte nach einigen Jahren entwickeln. Ein Programm bei 60 Grad alle paar Wochen, am besten mit einem bleichehaltigen Vollwaschmittel, hält das System sauber. Ebenso hilft es, die Tür und das Waschmittelfach nach jedem Gang offen stehen zu lassen, damit Restfeuchte verdunstet. Zwei Minuten Aufwand ersparen eine Reinigung, die kaum jemand gern übernimmt.